Osteopathie

Die Osteopathie widmet sich dem Erkennen und Behandeln von Funk­tions- und Mobilitätsstörungen des Bewegungspparates. Dazu nutzt sie eigene Techniken, die ausschließlich mit den Händen ausgeführt werden. Somit ist sie eine eigenständige Form der Medizin. Jeder Patient wird als Individuum wahrgenommen und in seiner Gesamtheit behandelt.

Vor über 140 Jahren vom amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still entdeckt, hat sich die Osteopathie kontinuierlich in den USA, Europa und anderen Teilen der Welt weiterentwickelt.

Der Osteopath behandelt ausschließlich mit den Händen. Ziel der Behandlung ist es, Bewegungseinschränkungen zu erkennen und mit den speziellen Techniken zu lösen und zu mobilisieren.

Ablauf der Behandlung

Nach einer ausführlichen Anamnese erfolgt die Diagnose und die eigentliche osteopathische Behandlung. Bei der Untersuchung wird das Gewebe Schicht für Schicht ertastet und Bewegungseinschränkungen und Spannungen erspürt. Mit den speziellen osteopathischen Techniken wird der entsprechende Bereich dann behandelt. 

Eine Behandlung dauert durchschnittlich 45 Minuten und dem Körper werden dann etwa zwei bis drei Wochen Zeit gegeben, um auf die Behandlung zu reagieren. Das weitere Vorgehen wird dann individuell auf die Symptome des Patienten abgestimmt. Der genaue Verlauf ist jedoch vom Einzelfall abhängig.

Die Ausbildung in der Osteopathie

Die Osteopathie gilt in Deutschland als Heilkunde und darf deshalb nach der aktuellen Rechtslage nur von Ärzten oder Heilpraktikern praktiziert werden. Andere Berufsgruppen müssen die Heilpraktikererlaubnis erwerben und sind auf die Tätigkeit im Rahmen Ihres Grundberufs beschränkt. 

Je nachdem, an welchem Institut die Ausbildung absolviert wird, findet der Unterricht meist berufsbegleitet in Wochenendseminaren statt.

Generell gilt aber eine Stundenanzahl von 1350 Unterrichtsstunden als Standard in der Osteopathie, somit ergibt sich eine mehrjährige Ausbildung.

Der Unterricht ist aufgeteilt in Theorie und Praxis und umfasst medizinische Grundlagenfächer wie Anatomie und Physiologie sowie das Erlernen der verschiedenen osteopathischen Techniken. Eine Abschlussarbeit sowie eine schriftliche und eine praktische Prüfung beenden die Ausbildung. Die umfassende Ausbildung ist notwendig, um einerseits die vielen Bereiche der Osteopathie als eigenständige und wirksame Form der Medizin zu erlernen und andererseits die eigenen Hände zu feinfühligen Instrumenten zu schulen.